Stiftung Korian für würdevolles Altern

Geolokalisation im Einsatz, um das Pflegeheim frei verlassen und betreten zu können

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Das Institut „Bien-Viellir“ (frz. Lebensqualität im Alter) führte von Juni bis September 2014 eine Studie über das freie Verlassen und Betreten von Pflegeheimen aus. Hierzu wurde ein Aufruf zur Meinungsäußerung bei Vertretern der Industrie auf der Grundlage eines Lebensszenarios mit dem Titel „Madame Hortense“ gestartet.

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Ausgehend von den Erfahrungen vor Ort von Pflegeheim-Direktoren und deren Mitarbeitern bezweckte dieses Projekt eine Untersuchung der aktuellen Technologien in zweierlei Hinsicht: der Verhinderung von Ausreißern und Stürzen mit der gleichzeitigen Möglichkeit, den Bewohner ausfindig zu machen. Dadurch, dass Pflegeheime bevorzugt in der Umgebung von Innenstädten liegen, kann bei mobilen Bewohnern, die über Orientierungsfähigkeit verfügen, ein Anreiz bestehen, das Pflegeheim auf eine Tasse Kaffee zu verlassen, um die Umgebung zu genießen oder um von der Nähe zu den Geschäften zu profitieren. Obwohl Ausreißer nur selten vorkommen, bedeutet dies dennoch ein hohes Maß an Stress für das Personal des Pflegeheims und die Familien der Bewohner.

Zwölf Vertreter der Industrie stellten Lösungsansätze für die über das Beispiel von Madame Hortense ausgedrückten Anforderungen an die Geolokalisation bereit. Nach Analyse der Lösungsansätze konnten die folgenden Schlussfolgerungen gezogen werden: es gibt keine Ansätze eines wirtschaftlichen Modells für eine Installation der angebotenen Lösungen;

es liegen wenige oder gar keine über lange Zeit dokumentierten Erfahrungsberichte jeder einzelnen Lösung vor;

bestehende Produkte setzen den Einsatz von Antennen, Hotspots (WIFI oder RFID) oder Festnetz-Einrichtungen voraus, die in jeder Pflegeeinrichtung eingerichtet werden müssen. Diese kostspieligen Infrastrukturen sind nicht vorhanden oder es werden größtenteils noch Standortstudien in den Pflegeheimen diesbezüglich durchgeführt.

Keine Antwort konnte alle gewünschten Funktionen zufriedenstellend abdecken. Es gibt keine ideale Lösung zur Befriedigung der praktischen Anforderungen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Pflegeeinrichtungen. Die Systeme für den Innen- und Außeneinsatz weichen von einander ab.

Erkenntnisse aus der Studie:

Die Geolokalisation deckt in den Räumlichkeiten der Pflegeeinrichtungen ein breiteres Spektrum von Funktionen ab (Stürze, Lokalisierung im Inneren der Einrichtung und ihrer Gärten, Ausflüge, Betreten der Einrichtung, Sicherheit des Personals, …).

Eine Innenlösung muss den Bewohnern die freie Bewegung innerhalb der gesamten Pflegeeinrichtung ermöglichen, indem Profile entsprechend der Fähigkeiten jedes einzelnen Bewohners festgelegt werden können. Die technische Lösung muss demnach die Verwaltung von Profilen erlauben, ohne dass dabei eine kostspielige Technologie erforderlich ist, die schwierig zu installieren oder für das Personal zu kompliziert in der Bedienung ist.

Welche Lösung auch immer zum Einsatz kommt, sie darf weder Bewohner (Akzeptanz des Geräts) noch Pflegepersonal einschränken, muss sich nahtlos in das Informationssystem der Einrichtungen integrieren lassen und dabei Warnungen für mehrere und unterschiedliche Ereignisse ermöglichen (Zimmer, Flure, Gärten, Aufzug …).

Da die Studie keine befriedigende Lösung hervorbrachte, die eine umfassende Antwort auf die Anforderungen bietet, setzt das Institut „Bien Vieillir“ durch die Untersuchung bestimmter bereits in einigen Pflegeheimen des Korian-Netzwerks vorhandener Lösungen sowie von neuen Technologien seine Überlegungen fort.

Sehen Sie sich das Lebensszenario „Madame Hortense“ an.